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Vereinsintern

 

Der Jagdteckel als Stöberhund

 

Von Bernd Oestreich

Vorsitzender Arbeitsgruppe Mittelhessen - Vorsitzender VJT Hessen

 

Die hervorragenden Attribute des Teckels sind sein ausgesprochen eigenständiger Charakter, er ist wesensfest, sein Schneid und Ausdauer ist mit einem ausgeprägten Spurwillen gepaart und sein guter, verlässlicher Laut hat schon unsere jagdlichen Vorfahren dazu erwogen, den Teckel auch als Stöberhund einzusetzen.

Grundsätzlich lassen sich Teckel auf alle Schalenwildarten bei Drückjagden einsetzen.

Vielfach ist noch die irrige Meinung vorhanden, die Teckel sind zu langsam oder ihnen fehlt die notwendige Wild - Schärfe. Aber gerade dies sind die vorzüglichen Eigenschaften, die das Jagen mit Teckeln so erfolgreich werden lässt.

Wer jemals während einer Jagd einen Teckel beobachtet hat, wie er mit exzellentem Spurlaut Rotwild, Rehwild oder Muffelwild langsam ziehend, teils verhoffend oder in leichtem Troll dem anstehenden Schützen zum Ansprechen und zur sauberen Schussabgabe passend anwechseln lässt, wird von der Jagd mit Teckeln begeistert sein.

 

Auch für die Jagd auf unser wehrhaftes Wild, das Schwarzwild, sind die Teckel hervorragend geeignet. Es gibt keine Dickung die zu dicht und kein Schwarzdorn der zu eng gestellt ist. Die Teckel kommen überall hinein. Eine meist dosierte Wildschärfe lässt die Hoffnung zu, dass der Jagdkamerad meistens ohne größere Verletzungen nach dem Treiben zu seinem Führer zurückfindet. Wer will auch nach jeder Jagd einen geschlagenen Hund zum Tierarzt bringen ? Es gibt aber wie bei allen Hundrassen Draufgänger, so dass sich auch ernstere  Verletzungen nach vielen Jahren Erfahrungen in unserer Stöberhundgruppe nie ganz ausschließen lassen.

Die überwiegende Anzahl unserer Teckel gehört zu den vorsichtigeren Hunden, so dass sich die Verletzungen insbesondere durch Schwarzwild zum Glück in Grenzen halten.

Sollte 1 Teckel in der Dickung nicht ausreichen um die Sauen zum Auswechseln zu bewegen, so bringen dies zwei oder drei Teckel aber mit Sicherheit zustande.

 

Durch die (züchterisch gewollte) Eigenständigkeit des Teckel muss aber noch angesprochen werden, dass eine Jagd erst zu Ende ist, wenn der Teckel es für richtig hält. Unsere jahrelange  Erfahrung bei Drückjagden hat gezeigt, dass angeschweißtes Wild vom Teckel verfolgt und im nächsten oder übernächsten Revier mit Standlaut auch nach Stunden gestellt wird. Auch kann es sein, dass der Teckel noch über das Jagdende hinaus seiner starken Jagdpassion folgt und das Treiben für sich nicht beenden möchte – da sind Geduld oder ein gutes GPS – Halsband gefragt.

Letztere haben sich sehr bewährt und lassen das Ende einer Drückjagd entspannter angehen.

Aus diesem Grund sind mittlerweile die meisten unserer Stöberhunde mit Ortungsgeräten jedweder Art ausgestattet. Das hat nichts mit Gehorsam zu tun, sondern hier wird dem Umstand der Jagdpassion des Hundes und der Sicherheit nach der Jagd bzw. dem gesunden Auffinden des vierbeinigen Jagdkameraden, insbesondere in fremden Revieren, Rechnung getragen.

 

Vielfach wird argumentiert, dass der Teckel bedingt durch die kurzen Läufe bei hohen Schneelagen nicht einsetzbar wäre.

Richtig ist,  dass bei hohen Schneelagen die Einsatzfähigkeit eines Teckels durchaus eingeschränkt ist, in vielen Jahren beim Einsatz unserer Stöberhundgruppe nur bei einer Jagd die Teckel wegen der hohen Schneelage nicht eingesetzt werden konnten –  allerdings hochläufigere Hunde auch ihre Probleme hatten. Hier muss generell die Waidgerechtigkeit einer Jagd bei hohen Schneelagen überdacht werden.

Grundsätzlich müssen unsere Hunde vom Stand geschnallt oder auch als Stöberhund mit Hundeführer beim Durchgehen eingesetzt werden können.

Wenn der Teckel vom Stand geschnallt werden soll, muss er eigenständig jagen. Er darf nicht am Führer kleben und alle benachbarten Schützen durch ständiges Hin- und Herlaufen in der Nähe des Hundeführers bei der Jagdausübung stören und dadurch einen Jagderfolg praktisch unmöglich machen.

Darauf wird beim Verein Jagdteckel schon während der Ausbildung des Hundes, bei der Gebrauchsprüfung und auch bei der Waldprüfung größter Wert gelegt. Hunde die diese Anforderungen nicht erfüllen, können nicht sinnvoll zur Stöberjagd eingesetzt werden und kommen bei uns hierfür auch nicht zum Einsatz.

 

Die jährlich steigenden Jagdeinladungen für unsere Stöberhundgruppen zeigen, dass der Einsatz einer Teckelstöberhundgruppe gerade auch in Hochwildrevieren immer mehr Befürworter findet. Die steigenden Streckenergebnisse der letzten Jahre waren für die Revierinhaber immer wieder der Grund, mit den Teckel weiter zu arbeiten, was z.T. soweit getrieben wird, dass manche Revierinhaber nur noch ausschließlich mit Teckeln als Stöberhunde jagen wollen.    

 

 

mit Einschränkung auch im Gebirge verwendbar

 

 

Der Jagdteckel als Erdhund

 

Von Bernd Gerlach ,  Revieroberjäger 

 

Die folgenden Zeilen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Vollkommenheit. Dafür ist die Jagd - insbesondere die Jagd mit guten Hunden - zu facettenreich und alle Tage neu. Von Kindesbeinen an begleiteten mich Jagdgebrauchshunde aller Coleur: ein Teckel war im Alter von 14 Jahren mein erster, eigener Hund, den ich unter Anleitung meines Lehrprinzen erfolgreich führte. Ihm folgten in mittlerweile 28 aktiven Jagdjahren viele Hunde verschiedener Rassen, die ich erfolgreich abrichtete, auf Prüfungen führte und mit denen ich u.a. später als gelernter Berufsjäger jagte. Die meisten von ihnen jagen schon lange in Wallhalla…aber ich habe keinen von ihnen vergessen ! Es waren gute, leistungsstarke und wesensfeste Hunde, die  zusammen mit ihrem Führer Strecke machen wollten und auch mussten ! Egal, ob über, oder unter der Erde… Rassefanatiker war und bin ich als Verbandsrichter und Schweißrichter des JGHV und letztlich als aktiver Jäger nie gewesen.

Aber: Erfahrungen in der Abrichtung und durch Erfolge auf Prüfungen und bestätigende Erlebnisse im Jagdbetrieb mit verschiedenen Hunden ließen diverse Sympathien für Hunderassen reifen ! Und ich bin bis heute kritisch und anspruchsvoll in der Wahl meiner Hunde ! Dennoch: Die Teckel waren eigentlich immer dabei…egal, wo ich als Berufsjäger hegte und jagte, ob in Hoch - oder Niederwildrevieren, sie waren und sind nahezu überall einsetzbar ! Sauber abgeführt, ist der Jagdteckel ein vollwertiger Jagdgebrauchshund mit ausgeprägtem Charakter, Schneid und Ausdauer, der in den meisten Sparten der jagdkynologischen Arbeitsgebiete „seinen Mann“ steht.  Der VJT hat sich genau diese Prämisse zum Ziel gesetzt. Vom Jäger-für den Jäger ! Wir alle sind aufgerufen, diesem Ziel durch konsequente Leistungszucht und durch gerechte, leistungs-und praxisorientierte Führung im Jagdbetrieb zu entsprechen ! Die Bodenjagd als das ursprünglichste Arbeitsfeld des Teckels hat mich schon als Kind fasziniert…und sie tut es bis zum heutigem Tage immer noch ! „Springt der Fuchs, so gilt sein Balg!“ Ho-Rüd-Ho !“

Wenngleich der Jagdteckel bei entsprechender Abrichtung und Führung Hervorragendes auf der Rotfährte leistet und zudem aufgrund seines ausgeprägten Spurwillens prädestiniert ist, um auf alle Wildarten laut zu  stöbern, war nicht zuletzt seine Körpergröße Grund dafür, das er ursprünglich für die Arbeit an Fuchs und Dachs unter der Erde gezüchtet wurde. Auch heute wird er immer noch als „Dachshund“ bezeichnet. Wohldosierte, überlegte Raubwildschärfe, hartnäckiges Vorliegen und guter, anhaltender Laut sind unabdingbare Voraussetzungen des guten Bauhundes in der Praxis. Neben anfänglichen Kontakten am lebenden Fuchs in der Schliefanlage, später erfolgreich im Kunstbau, lassen sich diese Anlagen festigen und ausbauen; antrainieren können wir diese dem Hunde allerdings nicht ! Sie sind genetisch mehr oder weniger fest verankert und können lediglich forciert werden.

Bereits beim Züchter werden hier die ersten Grundsteine gelegt: Frühprägung auf Raubwild (Tollwutfrei !), welches gebeutelt wird, sowie das Schliefen durch Betonröhren zur Futterschüssel wird der gewissenhafte Teckelzüchter bereits ab der 6. Lebenswoche durchführen. Bereits im Alter von 12 Wochen schliefte mein derzeitiger Teckel schon durch Grabendurchlässe und kleinere Kunstbaue. Wichtig hierbei ist, das der kleine Kerl immer auch „Erfolg“ hat, indem man ihn lobt und mit einer Leckerei belohnt. Kurze Fuchsschleppen- am Schweißriemen gearbeitet- gehören ebenfalls zur Prägung auf Reineke, wie auch das Greifen des Balges an der Reizangel.  Anrüden empfohlen !

Obwohl es auch bei unserem kleinsten Jagdgebrauchshund früh-und spätreife Hunde gibt, habe ich meine Teckel nie unter 12 Monaten unter Tage im Revierkunstbau aktiv am Fuchs arbeiten lassen. Die ersten jagdlichen Erfolge erzielen wir am besten im angelegten Kunstbau im Revier. Hier ist das Risiko für den arbeitenden Hund auf ein Minimum reduziert, bei Bedarf läßt sich schnell eingreifen und der Erfolg stellt sich rasch ein - und der ist wichtig für den jungen Hund ! Der Fuchs springt i.d.R. recht schnell im Kunstbau, das Selbstvertrauen des jungen Teckels wird hierdurch gefestigt. Das Schlimmste, was passieren kann, ist der zu früh an den Fuchs gebrachte, unerfahrene  Junghund, wenn er zudem noch geschlagen wird!

Natürlich sollte der Hund seine fachlichen Eignung zur Bodenjagd im Rahmen der VJT Prüfungen und/oder entsprechender Leistungszeichen nachgewiesen haben, bevor es in die raue, jagdliche Praxis geht.

Meine bislang von mir geführten Erdhunde kannten nur Füchse, waren auf diese neben Hase und Sau besonders geprägt - den Dachs kannte keiner von ihnen. Nie hatte ich vom Dachs geschlagene Hunde. Mein RT Rüde „Anton vom Silberborn“,( AP, EP, GP, FS I/, SauN) bewindete nur noch die Röhreneinfahrten, ist der Bau nicht befahren, nahm er diesen nicht an. Mit mittlerweile über 35 gesprengten Füchsen ist er erfahren genug, um  ihm hier auch zuverlässig vertrauen zu können.  Längst hat er die Bedingungen für das Lz „BauN „erbracht, leider war bislang nie ein Richter der Fachgruppe „Bau“ zugegen…Fuchssprengen geschieht oft spontan, der Wetterlage entsprechend!

Und: Jagdverstand zeichnet ihn aus: er differenziert sauber zwischen der Stöberarbeit unter oder über Tage. Letzten Herbst / Winter wurden vor dem alleinig zu Stöberarbeit eingesetzten Hund über 15 Stück Rehwild und einige Sauen erlegt, ohne das er dabei einen Bau angenommen hätte! Umgekehrt widmet er sich bei der Baujagd nur dem Bau und geht nicht in die freie Stöberarbeit über, obwohl er über 40 Stöbereinsätze auf Reh, Fuchs, Hase und Sau zu verbuchen hat.

Ruhe der Schützen und guter Wind sind bei der Baujagd ein Muß. Der Hund sucht sich aus ca. 15 Meter Entfernung die Röhren selbst, Jagdleiter ist immer der Bauhundeführer. Neben Schanzzeug im Auto ist ein Erste – Hilfe - Kasten und ein Bauhundsender neben einer Kurzwaffe im Kal.22lfb. Selbstverständlichkeit. Obwohl der Teckel Hauptakteur der Veranstaltung ist, führe ich immer meinen DL mit auf den Bau. Absolute Standruhe, kompromisslose Raubwildschärfe  und zuverlässiges Verlorenbringen zeichnen den gut geführten „Großen“ aus.

Der Fuchs verdient es bei schlechtem Schuß genauso nachgesucht und erlöst zu werden, wie der alte Kronenzwölfer, der brave Rehbock oder der reife Keiler !

Das ist Arbeit für den sicheren, raubwildscharfen Verlorenbringer, wenn der Fuchs krank abgeht ! Bringt der schnelle Vorstehhund den angeflickten Fuchs, frei verloren auf der Wundspur, so sind das Sternstunden und echtes Weidwerk; er bringt das zu Ende, was unser Teckel vorbereitet hat ! Erst wenn unser Erdhund wieder ans Tageslicht kommt, werden die Flinten gebrochen, solang er noch arbeitet, verhalten wir uns ruhig. Gerade zur Ranz sind oft mehrere Füchse im Bau. Auch wenn die Freude über einen gesprengten und erlegten roten Freibeuter groß ist, reißen wir uns zusammen, bleiben ruhig und sind nach wie vor aufmerksam gespannt !

Obwohl ich ein Anhänger der klassischen Querflinte bin, bevorzuge ich bei der Baujagd den dreischüssigen Halbautomaten. Der Fuchs muß liegen, wenn er durch die harte Arbeit unseres Teckels springt ! Felsenbaue, alte Stollen und eindeutig vom Dachs bewohnte Baue scheiden für die Bodenjagd aus ! Auch starker Frost, der ein Graben verhindert, läßt uns hier als Bodenjäger untätig sein.

Zunehmend bewohnen Waschbär und Marderhund den Bau, diese springen nur selten und müssen gegraben werden. Sie können für den Hund u.U. einen ernsthaften Gegner darstellen.

Baujagd ist aktivstes Weidwerk und neben Flinte und Falle ein probates, effektives Mittel, unserer Hegeverpflichtung in Sachen Niederwildhege und Artenschutz nachzukommen !

Der Teckel ist hierfür bei entsprechender Eignung der perfekte Gebrauchshund, genau dafür wurde er gezüchtet ! Bei passender Einarbeitung und Frühprägung hat man einen mit einem „Löwenherz“ ausgestatteten Hund, mit dem die Bodenjagd eine echte Freude ist. Die Baujagd mit dem Teckel muß wieder vermehrt praktiziert werden, wenn Niederwildhege, Hegeverpflichtung und Artenschutz keine leere Worthülse sein sollen !  Letztlich sind wir Jäger, keine „Eventmanager“!

 

 

 

Der Jagdteckel als Nachsuchehund

 

Von Bernd Gerlach ,  Revieroberjäger 

 

Über die Schweißarbeit im jagdpraktischen Einsatz sind bereits unglaublich viele Bücher geschrieben worden, auch, was den  Einsatz des Jagdteckels auf der Rotfährte betrifft. Einer der bekanntesten Lektüren hierzu dürfte das Buch von Hans Lux „Der Jagdteckel“ sein, welches ich schon als Schuljunge geradezu „verschlang“. In den folgenden Zeilen kann  ich nur meine eigenen Erfahrungen, gesammelt mit über 15  auf Schweiß geführten Hunden verschiedener Rassen- darunter sechs Teckel- wiedergeben. Sicher, wir haben unsere  „typischen“ Schweißhunderassen als Spezialisten. Das ist gut so und muß auch so bleiben. Wer von uns hat aber mindestens 100 Nachsuchen auf Schalenwild im Jagdjahr zu verbuchen? Denn soviel müssen es schon sein, um das Niveau des wirklichen Spezialisten halten zu können in der rauen Nachsuchenpraxis!  Aber auch bei den Spezialisten habe ich wahre Könner und auch Versager auf der Rotfährte im praktischen Jagdbetrieb erlebt, deren angefangene Nachsuchen – mit wenig Aussicht auf Erfolg- von einem erfahrenen, guten „Allrounder“  erfolgreich zu Ende gebracht wurden!  „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr !“ Das ist beim Spezialisten ebenso, wie beim vielfältig eingesetzten,  gut abgeführten  Jagdgebrauchshund. Die Frühprägung und Anlagenförderung ist das A und O der späteren Führung und konsequenten Abrichtung. Wir wissen, das es in jeder Rasse - bei entsprechender Anlage, Förderung derselben und  guter Abrichtung - wahre Schweißspezialisten gibt. Diese arbeiten dann aber nur noch auf der Rotfährte und werden zu nichts anderem mehr verwendet! Nomen est Omen…ein guter Führer gehört selbstredend auch dazu !

Unser Jagdteckel ist rein kynologisch  gesehen eine  Bracke. Bracken - egal welcher Körpergröße- sind grundsätzlich Hunde, die über einen ausgeprägten Spurwillen verfügen, in züchterischer Verbindung mit gutem, verlässlichem Laut, um den Hund bei der Jagd hören zu können. Wild, welches laut und langsam  gejagt wird, kündigt sich dem Jäger “mit Geläut“ an und es kommt dem Nimrod „kontrollierter“ vor die Büchse.

Waidlaute und stumme Hunde sind für den Waldjäger unbrauchbar. Selbige züchterisch verwenden zu wollen, bedeutete ein Affront gegen waidgerechtes, sauberes Jagen mit leistungsstarken Hunden, deshalb scheiden solche Vierbeiner für eine  Zuchtverwendung , auch um die Zuchtgesundheit einer Rasse zu erhalten,  mit Fug und Recht konsequent aus.

„Gute Hasenjäger sind oft auch gute Schweißarbeiter“ wusste schon „Wachtelvater“ Rudolf Frieß zu berichten. Logisch: bei DEM Spurwillen des Jagdteckels auf der Hasenspur, die KEINE Bodenverwundung hervorruft wie unser Schalenwild, kann man von der Spur-bzw. Fährtenveranlagung des Teckels davon ausgehen, bei entsprechender Einarbeitung, bzw. Förderung einen zuverlässigen Schweißarbeiter für anfallende TOTSUCHEN  zu fördern ! Und genau hier fängt es an, bzw. hört es auf:  Unser Teckel kann aufgrund seiner Körpergröße nicht Hetzen und Niederziehen !   Stammtischberichte von Teckelführern, deren Hunde nach dem achten Bier den angeflickten Bock niederziehen, den laufkranken Hirsch stellen, die gebrechschusskranke Sau an den Platz bannen, etc., verweise ich mit Erfahrungen aus über 600 Nachsuchen auf Schalenwild ausdrücklich in das Reich der Fabel ! Hier hört falscher Ehrgeiz, ein zu hetzendes Stück mit dem Teckel nachzusuchen, eindeutig aus Gründen der Waidgerechtigkeit auf ! Eine Ausnahme bildet der von Schützen abgestellte,  durch Umschlagen bestätigte, vom kranken Wild bezogene Einstand, wenn durch den geschnallten Dachshund das Stück von den Schützen erlegt werden kann.

Bereits im Welpenalter wird der junge Teckel mit allerlei erlegtem Schalenwild vertraut gemacht. Über anfängliche Futterschleppen, später mit Lunge und Pansen gezogen, gewöhnen wir unseren heranreifenden  Jagdbegleiter an die ruhige Arbeit am Riemen mit tiefer Nase. Wichtig: der Hund soll lernen, das die ruhige, sichere Nasenarbeit den gewünschten Erfolg bringt. Am Ende unserer Schleppen, bzw. Übungsfährte sollte immer etwas Besonderes auf ihn warten: frisch erlegtes Wild, die gefüllte Futterschüssel, ein besonderer Leckerbissen, etc. Langsam werden die Länge und die Stehzeit der Schleppe, später die der getupften oder gespritzten , mit Haken und Wundbetten präparierten Fährte  erhöht und der Junghund immer mit dem gleichen Ritual zur Fährte gelegt: der Führer legt den Hund ruhig und bedächtig einige Meter vom Anschuss ab und untersucht in aller Ruhe den selbigen. Ich docke auch heute noch den Schweißriemen ruhig und behände ab, um den Hund auf die gewünschte, ruhige Arbeit einzustellen. Mit dem Kommando „such verwundt, zur Fährte“ soll der Hund ruhig am Riemen anziehen. Die Übungsfährte wurde beim Legen markiert, um den Hund korrigieren zu können. Falsch wäre es, ihn beim Aufnehmen einer Verleitung zu loben ! Deshalb muss man den Hund „lesen lernen“ !

Er wird ausgiebig gelobt, wenn er Schweiß verweist oder das Wundbett anzeigt.  Der Hund bestimmt die Richtung, der Führer das Tempo ! Stürmisch arbeitende Hunde werden immer wieder in der Fährte abgelegt, damit zwingt man sie zur Ruhe.  Das hat mit Gehorsam zu tun ! Seine Art, das Verhalten bei der Suche lässt uns irgendwann wissen, ob  er „drauf“ ist, oder nicht. Ist der Hund bereits viel zum Stöbern auf gesundes Wild eingesetzt worden, ist unser Adlatus logischerweise anfälliger für frische Verleitungen. Die Schweißarbeit leidet unter zuviel Stöbereinsatz an gesundem Wild ! Dann heißt es, über den Gehorsam und dem Kommando „zur Fährte!“ ihn wieder auf der Rotfährte „einzunorden“. Dies verlangt einen erfahrenen, fleißigen und konsequenten Führer. Das man mit einem frisch gefütterten Hund grundsätzlich nicht arbeitet, versteht sich darüber hinaus von selbst: „ein voller Bauch studiert nicht gern“- und: “satte Hunde jagen schlecht!“ Ein hungriger Hund arbeitet immer besser auf der Jagd!

Das Einarbeiten mit dem Fährtenschuh analog zum Spritz - und Tupfverfahren halte ich für sehr sinnig und praxisnah, aber: bitte nur mit Schalen von Hochwild! Es gibt keine  80 kg Rehe, die eine solche Bodenverwundung verursachen, also wäre dies widersinnig ! Im Idealfalle stammen die Schalen von einem nachgesuchten Stück, hier ist die Krankwitterung noch sehr  intensiv für den Hund vorhanden. Meine Hunde brauchten irgendwann keinen Schweiß mehr in der Fährte, sie orientierten sich nur noch an der Bodenverwundung der durch den Fährtenschuh verwendeten Hochwildschalen - Rasse egal !  Schweißarbeit ist auch Fleißarbeit und hat neben der Anlage des Spurwillens auch viel mit Gehorsam gemein!

Viele, herrliche Erlebnisse verbuche ich mit Teckeln auf der Rotfährte auf Prüfungen und vor allem in der Praxis! Aber auch nur deshalb, weil ich im Vorfeld die jeweiligen Anschüsse richtig interpretiert hatte und den Sitz der Kugel voraussagen konnte.  Ein selbst angelegtes Schnitthaarbuch leistete mir hier immer wertvolle Dienste, ich benutze es heute noch ! Bereits am Sitz der Kugel wurde entschieden:  Hetze - ja oder nein ? Teckel - ja oder nein ? Hier ist der waidgerechte Hundeführer gefordert und falscher Ehrgeiz fehl am Platze. Nachsuchen mit dem Teckel sind erhabenes Weidwerk, wenn der Hund immer auch seine fachliche Eignung im Rahmen der Prüfungen des VJT, bzw. des  JGHV nachgewiesen hat, um auch hier seine jagdliche Brauchbarkeit bewiesen zu haben. Für seine körperlichen Grenzen kann er nichts. Deshalb steht sein Führer in der Waidmannspflicht zu erkennen, wann er an selbige stößt und ggf. ein großer, wildscharfer Hund zur Hetze nachgeführt wird.

Der Jagdteckel ist bei entsprechender Prägung, Abrichtung und Führung in der rauen Jagdpraxis ein nahezu vollwertiger Schweißarbeiter, der mit Ruhe und Konzentration die ihm gestellten Aufgaben bravourös erledigen kann, wenn sein Führer und sein Hund zu einer Einheit auf der Rotfährte werden und man zu den körperlichen Grenzen unseres kleinsten Jagdgebrauchshundes bei der Schweißarbeit auch steht !

Nachsuchenarbeit ist gesetzliche und moralische Verpflichtung. Hier ist das Beste, was uns an Hundematerial zur Verfügung steht, gerade gut genug. Der VJT hat sich genau diese Prämisse zum Maßstab gesetzt. Unterstützen wir diese mit unseren Ansprüchen an gut geführte Jagdteckel im Sinne waidgerechter Jagd im Rahmen ihrer körperlichen Möglichkeiten !

 

liegt das Stück ?

 

 

 

Im Zuge der immer kleiner werdenden Reviere zeigt sich die Vielseitigkeit des Teckels als Stöberhund, Nachsuchenhund und auch naturgemäß als Bauhund, so dass es durchaus eine Überlegung wert sein sollte, einen Teckel als praktisch vollwertigen Jagdgebrauchshund im eigenen (Hochwild)Revier zu führen.

 

 

 

 

Der Jagdteckel als Familienhund

 

Und nach der Jagd (aber auch schon vorher)  mögen fast alle (Jagd)Teckel  eines ganz besonders:   SCHMUSEN !

 

 

 

 

Unser Vereinsorgan "Der Jagd - Teckel" können Sie unter Downloadbereich / Vereinsorgan hier herunterladen: http://jagdteckel.de/

 

 

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